Elfter Sieg im elften Spiel

Elfter Sieg im elften Spiel

Die Erste 15.10.2017

Der Bremer SV gewinnt gegen Vegesack mit 5:3

Acht Tore und der elfte Sieg im elften Ligaspiel (saisonübergreifend sogar der 25. Sieg hintereinander), das klingt doch erstmal prima. Doch die drei Punkte vom 5:3-Erfolg gegen die SG Aumund-Vegesack waren kein Fest für die optischen Sinnesorgane, denn der BSV zeigte dieses Mal alles andere als eine Bestleistung.

 

PERSONAL

Im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen den Blumenthaler SV am vorangegangenen Wochenende stellte BSV-Trainer Pinter von einem 3-4-3- auf ein etwas mittelfeldlastigeres 3-5-2-System um. Koweschnikow und Uzun übernahmen im offensiven Mittelfeld die Plätze von Kurkiewicz und Faouzi (beide auf der Bank), außerdem spielte Yücel anstelle von Cakir der sich im Training eine Verletzung am Fuß zugezogen hatte.

 

HÄLFTE EINS

Der erste Torschuß der Begegnung wurde von SAV-Akteur Mensah Quarshie in der 2. Minute abgefeuert, BSV-Keeper Seemann hatte aber keine großen Probleme diesen Schlenzer fest zu halten. Die Begegnung begann sehr temporeich und den Gästen aus dem Norden Bremens war sehr deutlich anzusehen dass sie nicht zum Panzenberg gekommen waren um drei Punkte auf dem Silvertablett zu servieren. Das Team von SAV-Coach Krämer war weit entfernt davon sich zu verstecken, sie drehten forsch auf und zwangen vor allem in der Anfangsphase des Spiels dem BSV sogar ihre Taktik auf. Über die gesamten 90 Minuten litt die Qualität der Begegnung extrem unter den äußerst miesen Platzbedingungen, der Rasen war tief, matschig und butterweich. Mit diesem Zustand kam die SG Aumund-Vegesack jedoch deutlich besser zurecht, beim Bremer Meister hingegen häuften sich die Fehlpässe in ungewohnter Weise. Das rächte sich nach etwas weniger als einer Viertelstunde als der BSV einen Angriff der Gäste "nur" auf Kosten eines Eckballs abwehren konnte. Die Ausführung dieses Standards übernahm Tayari, dessen hoher Ball direkt auf dem Kopf vom nur unzureichend abgeschirmten Radke und von dort aus zum 0:1 im Tor landete (14. Minute). Die Stimmung unter den blau-weißen Anhängern sackte sofort tief ab, Rückstände ist man am Panzenberg nicht gewöhnt. Währenddessen war Vegesack bemoht sich von der nun aufkommenden Euphorie nicht überspülen zu lassen, nüchtern und effizient zogen sie weiterhin ein äußerst präzises Pass- und Stellungsspiel auf – ganz im Gegensatz zum BSV. So dauerte es auch nicht lange bis Trainer Pinter an der Seitenlinie der Kragen platzte und er derart lautstark mehr Körperspannung und Präzision von seiner Mannschaft forderte dass selbst der SV Meppen diese Anweisung noch verstanden haben dürfte. Kurz darauf ein Schockmoment: Yücel war mit SAV-Keeper Ekuase zusammengeprallt und blieb am Boden liegen (23. Minute). Zwar konnte die Nummer 22 des BSV weitermachen, das Trainerteam schickte trotzdem sicherheitshalber Kurkiewicz zum warmmachen. Bald darauf hatte die SG Aumund-Vegesack die Gelegenheit auf 0:2 zu erhöhen, der BSV hatte in dieser Szene großes Glück dass der Schuss von Begic knapp am Pfosten vorbeiflog (25. Minute). Nur eine Sekundenzeigerumdrehung später hatte Rockahr dann die Faxen dicke: mit dem Ball am Fuß drang er in den Strafraum ein, ließ noch einen SAV-Verteidiger stehen, umkurvte geschickt Torhüter Ekuase und schob die Kugel zum 1:1 ins Netz (26. Minute). Doch das reichte der Nummer 23 noch nicht: bald darauf bewies er ein tolles Auge für den perfekt positionierten Arnhold, der blitzschnell zum 2:1 traf und so die Partie drehte (29. Minute). Es lief nun ein wenig besser für den BSV, doch es bestand absolut kein Grund sich auf dieser Führung ausruhen zu können: Vegesack ließ sich nicht hängen und blieb weiterhin brandgefährlich. Beispielsweise in der 35. Minute, als die Gäste einen Konterzug auf das BSV-Tor zurollen ließen, Mensah Quarshie den Ball in den Strafraum schaufelte und Rathjen mit der Klärung dieser Gefahr derart unter Druck geriet dass er um ein Haar ein Eigentor fabriziert hätte. In der 43. Minute tauchte Mulweme urplötzlich frei vor Seemann auf, doch diesmal hatte der Keeper keine Probleme die Situation zu entschärfen. Keine 60 Sekunden später hielt die Hintermannschaft der Hausherren wieder tiefsten Winterschlaf sodass sich Mensah Quarshie ganz lässig durch die halbe Abwehr dribbeln konnte ehe der Ball zur Ecke geklärt wurde. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff lag die Kugel dann doch nochmal im Tor, doch Rockahrs Torjubel wurde von der erhobenen Fahne des Schiedsrichter-Assistenten jäh abgebrochen.

 

HÄLFTE ZWO

Ob es eine Halbzeitansprache in der BSV-Kabine gab ist dem Chronisten nicht bekannt, jedenfalls bedurfte es unmittelbar nach dem Anpfiff erst noch eines scharfen Torschusses von Hodzic, den Seemann mit viel Mühe und einem Wahnsinnsreflex gerade noch aus der unteren rechte Ecke fischen konnte, um den blau-weißen Motor endlich das Stottern abzugewöhnen: Uzun legte den Ball schön auf Yücel, was der Neuzugang aus Bremerhaven prompt zum 3:1 ummünzte (47. Minute). Danach brach die Zeit der Wechsel an: erst wurde beim Bremer SV Degtjarenko durch Faouzi ersetzt (49. Minute), danach löste Burkevics auf Seiten der Nord-Bremer Tayari ab (53. Minute) und Kasim Uslu kam für Mulweme in die Partie (58. Minute). Kurz darauf hatte SAV-Keeper Ekuase erneut Gelegenheit sich auszuzeichnen als er den Schuss des heranstürmenden Yücel grandios parieren konnte (60. Minute). Im Anschluß an diese Szene zeigte sich aber leider abermals dass die Defensivabteilung des Bremer SV nicht ihren besten Tag erwischt hatte: Hodzic gelang es sich im Strafraum der Hausherren mit der Kugel am Schlappen flink durchzusetzen und den 3:2-Anschlußtreffer zu erzielen (63. Minute). Direkt im Gegenzug hatte Arnhold die Gelegenheit diese Scharte wieder auszuwetzen, sein Kracher aus dem Hintergrund fetzte nur knapp am Gehäuse der Vegesacker vorbei (64. Minute). Es folgte der zweite Wechsel beim Bremer SV: Uzun hatte Feierabend, dafür kam nun Kurkiewicz auf den mit vielen tiefen Furchen gezeichneten Platz (66. Minute). Der BSV übernahm nun etwas die Kontrolle, Yücel behauptete die Kugel gegenüber mehreren Gästeverteidigern und schickte einen Pass auf den mit dem Rücken zum Tor stehenden Rockahr. Der wiederum vollführte eine blitzschnelle Drehung und jagte das Spielgerät unhaltbar für Ekuase zum 4:2 ins Netz (69. Minute). Die Trainer entschieden sich die letzten beiden Auswechslungen durchzuführen: den Anfang machte Enghardt der bei Vegesack für Ferdi Uslu aufs Feld kam (71. Minute), später kam Laabs in die Partie (77. Minute) und ersetzte Koweschnikow, den heutigen Träger der Kapitänsbinde (ja, ich weiß dass auf fussball.de etwas anderes steht, trotzdem trug "Bobby" die Binde). Der eingewechselte Kurkiewicz trat auch gleich als Vorlagengeber in Erscheinung, von dessen guten Pass Rockahr profitierte der zum 5:2 traf (81. Minute). Doch noch immer hatten sich die Gäste nicht aufgegeben, sie lauterten weiter auf Fehler des Bremer Meisters. Das warten wurde belohnt: nach einem SAV-Eckball brachte Enghardt den Ball zu Kasim Uslu, der dank zaghafter Verteidigung auf 5:3 verkürzen konnte (88. Minute). In der Nachspielzeit hatte die SG Aumund-Vegesack sogar noch die Chance auf 5:4 heranzukommen als der von Enghardt abgefeuerte Freistoß erst in die Mauer rauschte, von dort abprallte und dann nur wenige Zentimeter neben dem Pfosten ins Aus segelte.

 

AUSBLICK

Der Bremer SV muss als nächstes am Samstag den 21. Oktober 2017 um 15:00 Uhr auswärts beim TSV Grolland antreten. Das nächste Heimspiel findet am Samstag den 28. Oktober 2017 um 13:00 Uhr gegen den ESC Geestemünde statt; nicht unwahrscheinlich (aber auch nicht sicher!) dass diese Partie dann wieder auf der Sportanlage am Hohweg ausgetragen werden muss. Hierzu werden wir Euch noch rechtzeitig informieren.

 

INTERVIEWS VON UND MIT BSV-LATENIGHT

Mit BSV-Trainer Pinter:

Mit SAV-Trainer Krämer:

 

STATISTIK

BREMER SV – SG AUMUND-VEGESACK ... 5:3 (2:1)
0:1_ Radke (14', Tayari)
1:1_ Rockahr (26', ohne Vorarbeit)
2:1_ Arnhold (29', Rockahr)
3:1_ Yücel (47', Uzun)
3:2_ Hodzic (63', ohne Vorarbeit)
4:2_ Rockahr (69', Yücel)
5:2_ Rockahr (81', Kurkiewicz)
5:3_ K.Uslu (88', Enghardt)

Bremer SV: Malte Seemann – Youness Buduar, Frithjof Rathjen, Denis Nukic – Alexander Arnhold, Boris Koweschnikow © (77' Ole Laabs) – Artur Degtjarenko (49' Elmehdi Faouzi), Onur Uzun (66' Sebastian Kurkiewicz), Florent Aziri – Philipp-Bruno Rockahr, Gökhan Yücel. – Trainer: Sasa Pinter.
SG Aumund-Vegesack: Marvin Ekuase – Christian Boehmer, Clinton Mike Mensah Quarshie, Kinika Herman Mulweme (58' Kasim Uslu), Damir Begic, Muhamed Hodzic, Elias Steege, Ferdi Uslu (71' Nick Enghardt), Andreas Radke, Marius Bosse ©, Firas Tayari (53' Marcel Burkevics). – Trainer: Björn Krämer.
Nicht eingesetzte Reservespieler: Christian Ahlers-Ceglarek (Torhüter), Dominic Krogemann, Tim Rieckhof, Mert Bicakci – Florian Alexander Schäfers (Torhüter), Christian Kolek, Phillip-Malte Barnat, Lukasz Siwak.

Schiedsrichter: Maximillian Mierzwa (ESC Geestemünde). – Assistenten: Malte Peters, David Vardanian.
Gelbe Karte: Faouzi (72').

Spielort: Stadion am Panzenberg, Landwehrstraße 4, 28217 Bremen.
Zuschauer: ca. 120.

 

 

CREDITS

Text, Grafik & Liveticker: Thilo Huntemüller. | Fotos: Imke Huntemüller. | Interviews: Armin Palawa von BSV LateNight. | Schädel des Tages: Franz Roskosch. | Bild des Tages: Holger Hertwig.

Bremer SV

5 : 3

SG Aumund-Vegesack

Samstag, 14. Oktober 2017 · 13:00 Uhr

Stark Bremen-Liga · 11. Spieltag

Schiedsrichter: Maximillian Mierzwa (ESC Geestemünde) Assistenten: Malte Peters, David Vardanian Zuschauer: 120

Startaufstellung