OSC Bremerhaven am Hohweg chancenlos

OSC Bremerhaven am Hohweg chancenlos

Die Erste 18.11.2017

9:0 im Vollwaschgang

Sturzbachartige Fluten gingen heute während des Spiels über den Kunstrasenplatz auf der Sportanlage am Hohweg nieder. In diesem Vollwaschgang kam der Bremer Meister zu einem ungefährdeten 9:0-Erfolg über personell stark gehandicappte Bremerhavener. Dabei war die Spielweise des Bremer SV bei weitem nicht so glanzvoll wie das Ergebnis vermuten ließe - doch analog zum Wetter war nach Abpfiff wieder alles eitel Sonnenschein.

 

Das Personal

Trainer Sascha Pinter musste heute auf mehrere Akteure verzichten. Elmehdi Faouzi (Muskelbündelriss) und André Waldau (Schulterverletzung) mussten beispielsweise ebenso passen wie der rot-gesperrte Boris Koweschnikow, zudem zog sich auch noch Gökhan Yücel eine Verletzung an der Wade zu und musste gegen seinen Ex-Klub zusehen. Torhüter Christian Ahlers-Ceglarek bekam die altbewährte Dreierkette vorgesetzt, heute besetzt durch die Defensiv-Spezialisten Denis Nukic, Frithjof Rathjen und Ole Laabs. Auf der Doppel-Sechs begannen Artur Degtjarenko und Alexander Arnhold, in die Rolle der Flügelflitzer schlüpften Tim Rieckhof (links) und Onur Uzun (rechts). Die 10er-Position übernahm Sebastian Kurkiewicz, er hatte die beiden Sturmspitzen Philipp-Bruno Rockahr und Simon-Joel Cakir vor sich.
Die Gäste vom OSC Bremerhaven reisten mit großen personellen Problemen nach Walle. Da kein gelernter Torhüter zur Verfügung stand begann mit Niels-Haitze Osinga ein Mittelfeldspieler zwischen den Pfosten, zudem war die Reservebank mit Alagie Bah und Behar Nebihi mit nur zwei Feldspielern bestückt; OSC-Trainer Björn Böning hatte sich selbst als Reservetorhüter auf den Spielberichtsbogen eingetragen.

 

Hälfte eins

Es schüttete wie aus Kübeln als Schiedsrichter Carsten Biewig (ATSV Sebaldsbrück) die Begegnung anpfiff. Von Anfang an übernahm der Bremer SV die Kontrolle über das Spiel und kam in der 5. Minute zu seiner ersten Torgelegenheit als Degtjarenko noch außerhalb des Strafraums an den Ball kam, sein satter Schuß wurde zur Ecke abgefälscht. Diese wurde von Arnhold von der rechten Seite in den Strafraum gehoben, fand dort die Stirn von Rieckhof - 1:0, ein Tor wie mit der Schablone gezeichnet (6. Minute). Aushilfs-Torwart Osinga bekam ziemlich viel zu tun an diesem Nachmittag, nur vier Minuten später konnte er einen Schuss des urplötzlich vor ihm auftauchenden Cakir mit einem tollen Reflex zur Ecke abblocken. Doch drei weitere Minuten später war er wieder machtlos: Cakir legte die Kugel auf Rieckhof, der traf zum 2:0 (13. Minute). Kurze Zeit später ein Schockmoment für Onur Uzun, der bei einem Foul von Igor-Filipe Rodrigues-Casanova einen Schlag auf die Kapsel abbekommen hatte und behandelt werden musste (15. Minute). Uzun konnte glücklicherweise vorerst weiterspielen, jedoch schickte Trainer Pinter sämtliche Reservespieler vorsichtshalber zum aufwärmen. Währendessen entwickelte sich die Begegnung immer mehr zu einem Spiel auf nur ein Tor: in der 19. Minute beschloß Denis Nukic aus rund 30 Metern Entfernung einfach mal abzuziehen und erzielte so prompt das 3:0. Dabei konnte er ebenso frei und unbedrängt agieren wie Alexander Arnhold in der 31. Minute, der auf 4:0 erhöhte. In Minute 34 war es Sebastian Kurkiewicz der nach Vorlage von Onur Uzun aus 20 Metern zum 5:0 einnetzte. Der OSC Bremerhaven wirkte fahrig und unkonzentriert, spielte zeitweise Harakiri-Fußball in Form von Querpässe im eigenen Strafraum und hatte Glück nicht noch mit einem weit höheren Ergebis in die Halbzeitpause geschickt worden zu sein.

 

Hälfte zwei

Mit Beginn der zweiten Hälfte gab es beim Bremer SV einen Doppelwechsel: Onur Uzun wurde durch Mert Bicakci ersetzt, zudem machte Denis Nukic Platz für Dominic Krogemann. Das Spiel lief erst wenige Minuten als Artur Degtjarenko nach einem Zweikampf plötzlich zu Boden sank, er hatte sich eine Knieverletzung zugezogen und konnte nicht mehr weitermachen. So war Sasa Pinter gezwungen bereits jetzt seine dritte und letzte Auswechslung auszuführen, er brachte Youness Buduar. Das Foul an Degtjarenko wurde vom sehr umsichtig und weitgehend fehlerfrei agierenden Schiedsrichter Biewig mit einem Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze geahndet. Sebastian Kurkieiwcz legte sich den Ball zurecht und drosch ihn dann unhaltbar für Osinga zum 6:0 in die Maschen (51. Minute). Keine zwei Sekundenzeiger-Umdrehungen später betätigte sich Kurkiewicz als Vorlagengeber für Cakir, der so auf 7:0 erhöhte (53. Minute). Seinen Sahnetag hatte heute aber eindeutig Tim Rieckhof erwischt: der doppelte Torschütze aus der ersteh Halbzeit hatte in der 60. Minute ein gutes Auge für Torjäger Rockahr, der sich mit seinem 8:0 auch noch in die Torschützenliste eintrug. Die Begegnung verlor von nun an deutlich an Fahrt. Bremerhaven hatte nun auch noch akuten Notstand in Sachen Kondition, und so begann sich mehr und mehr Testspiel-Atmosphäre breit zu machen (wenigstens hatte es mittlerweile aufgehört zu regnen). Es wurde immer offensichtlicher dass die Gäste nicht mehr dazu in der Lange waren mehr zu leisten, während es genauso offensichtlich wurde dass die Hausherren sich immer bewusster wurden nicht mehr leisten zu müssen. Der OSC verrammelte seinen Strafraum, unfähig etwas anderes zu tun als den BSV immer und immer wieder anrennen zu lassen. Der Meister wiederum spielte sehr viele unnötige Pässe, kreierte dabei aber trotzdem weiterhin hochkarätige Torchancen die aber zunehmend auf eine Art und Weise vergeben wurden die man ohne Übertreibung als arrogant bezeichnen könnte. Den Schlusspunkt unter diese Partie setzte dann Youness Buduar, der nach einem Pass von Cakir in der 86. Minute den 9:0-Endstand herstellte. Vier Minuten später und auf die Sekunde genau pfiff Schiedsrichter Biewig eine faire Partie ab, die jedoch aufgrund der völligen Harmlosigkeit der Bremerhavener Gäste keinen großen Unterhaltungswert zu bieten hatte.

 

Ausblick

Der Bremer SV tritt als nächstes am Sonntag den 26. November um 13:30 Uhr bei der BTS Neustadt an, am darauf folgenden Wochenende empfängt der BSV zum letzten Heimspiel dieses Jahres am 2. Dezember um 13:00 Uhr den Habenhauser FV am Hohweg. Anschließend muss die Pinter-Elf am 9. Dezember um 14:00 Uhr in Findorff beim VfL 07 Bremen antreten, dem letzten Ligaspiel in diesem Jahr.

 

Statistik

BREMER SV – OSC BREMERHAVEN ... 9:0 (5:0)
1:0_ Tim Rieckhof (6')
2:0_ Tim Rieckhof (13')
3:0_ Denis Nukic (19')
4:0_ Alexander Arnhold (31')
5:0_ Sebastian Kurkiewicz (34')
6:0_ Sebastian Kurkiewicz (52')
7:0_ Simon-Joel Cakir (53')
8:0_ Philipp-Bruno Rockahr (61')
9:0_ Youness Buduar (87')

Bremer SV: Christian Ahlers-Ceglarek © – Denis Nukic (46' Dominic Krogemann), Frithjof Rathjen, Ole Laabs – Alexander Arnhold, Artur Degtjarenko (51' Youness Buduar) – Tim Rieckhof, Sebastian Kurkiewicz, Onur Uzun (46' Mert Bicakci) – Philipp-Bruno Rockahr, Simon-Joel Cakir. – Trainer: Sasa Pinter.
OSC Bremerhaven: Niels-Haitze Osinga – Igor-Filipe Rodrigues-Casanova, Mergim Nebihi, Desire-Mugara Ruhindwa, Nehat Shalaj (70' Alagie Bah), Fabian Schlichting, Florian-Torben Rybinski, Ahmet Emen, Filipe-Manuel Rodrigues-Casanova, Muharem Nicevic ©, Mehmet-Ali Fidan. – Trainer: Björn Böning.
Nicht eingesetzte Reservespieler: Malte Seemann (Torhüter), Egbert-Pepra Kumi – Björn Böning (Torhüter), Behar Nebihi.

Schiedsrichter: Carsten Biewig (ATSV Sebaldsbrück). – Assistenten: Mirko Eggers, Anton Bernecker.
Gelbe Karten: Nehat Shalaj (55', Unsportlichkeit), Igor-Filipe Rodrigues-Casanova (83', Foulspiel an Sebastian Kurkiewicz).

Spielort: Sportanlage am Hohweg, Hohweg 48-50, 28219 Bremen. – Zuschauer: 38 (nicht ganz ausverkauft).

 

Interviews von und mit BSV-LateNight

Mit BSV-Trainer Sasa Pinter:

Bremer SV

9 : 0

OSC Bremerhaven

Samstag, 18. November 2017 · 13:00 Uhr

Stark Bremen-Liga · 16. Spieltag

Schiedsrichter: Carsten Biewig (ATSV Sebaldsbrück) Assistenten: Mirko Eggers, Anton Bernecker Zuschauer: 38

Startaufstellung